metavirulent (Mischung)
Neue Dosierungsanleitung

Mit der Zulassung nach dem neuen Arzneimittelgesetz hat das „alte“ Präparat eine „neue“, von der Behörde vorgegebene Dosierungsanleitung erhalten.

Wer das Präparat aus eigener Erfahrung kennt, fragt sich, warum bei unveränderter Zusammensetzung und identischem Anwendungsgebiet die Dosierung nicht nur geändert sondern entscheidend zurückgenommen wurde.

Vielleicht wird das Vorgehen des Amtes an folgender Tatsache deutlich:

Zunächst galt generell für Präparate homöopathischer Zubereitung -12 mal- als Obergrenze für die tägliche Wiederholung einer Dosis. Jetzt ist es -6 mal-. Wäre der Zulassungsbescheid für metavirulent zufällig einige Wochen später ergangen, stünde dort bereits jetzt „höchstens 6 mal täglich“ als Dosierungsvorgabe.

Die Vermutung, dass es sich bei der geänderten Dosierungsanleitung um präparatspezifische Erkenntnisse handelt, trifft nicht zu.
Es gibt keinerlei Meldungen zu unerwünschten Nebenwirkungen bei höheren Dosen oder häufigeren Wiederholungen oder einer über 2 Tage hinausgehenden Akut-Dosierung. Diese Tatsache sollte jedoch nicht zu dem Rückschluss verleiten, viel hilft viel. Wer im Einzelfall oder generell mit weniger auskommt, kann sogar die Eckdaten der Dosierungsanleitung unterschreiten.

Angesprochen auf ihr Verordnungsverhalten bei metavirulent haben von 539 homöopathisch orientierten, niedergelassenen Ärzten 308 geantwortet. Die Zeitspanne, in der die Ärzte ihre persönliche Erfahrung mit metavirulent gemacht haben, wird mit durchschnittlich 8 Jahren angegeben. Zur Dosierung werden folgende Angaben gemacht,

anfangs

mindestens 1 x stündlich, höchstens 4 x stündlich
mindestens 2 Tropfen, höchstens 50 Tropfen

in der Folge

mindestens 1 x täglich, höchstens 12 x täglich
mindestens 5 Tropfen, höchstens 50 Tropfen

über

mindestens 1 Tag, höchstens 28 Tage

Als Durchschnittswert ergibt sich daraus, bis zur Besserung 1 mal stündlich ca. 15 Tropfen, danach 3 mal täglich ca. 20 Tropfen bei einer Therapiedauer von 5-9 Tagen.


Schlussfolgerung

Die von der Behörde vorgegebene Dosierungsanleitung basiert zum einen auf allgemeinen Vorgaben für homöopathische Präparate zum anderen auf Erkenntnissen, die, -nicht unumstritten- für einzelne Bestandteile des Kombinationspräparates metavirulent diskutiert werden. Die Dosierungsanleitung spiegelt nicht die Erfahrungswerte wider, die dem Hersteller bekannt sind.

P.S. metavirulent zur Vorbeugung beim grippalen Infekt

Die Behauptung, dass metavirulent vorbeugend wirkt, muss nach dem neuen Arzneimittelgesetz belegt, das heißt durch eine klinische Studie nachgewiesen sein. Eine derartige Studie wurde bisher nicht durchgeführt.
Da der Nachweis der vorbeugenden Wirksamkeit nicht generell erbracht ist, muss die Indikation „Vorbeugung“ in der Gebrauchsanleitung entfallen. Dass metavirulent aufgrund eigener Erfahrung, ob als Therapeut oder Patient, vorbeugend erfolgreich eingesetzt werden kann, wird damit nicht bestritten.

Springe, 15.05.2005

meta FACKLER KG